Glossar


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Agio
Aufgeld oder Aufschlag (üblicherweise bis fünf Prozent) auf den Nennwert (100 Prozent) einer Gesellschaftsbeteiligung/Zeichnungssumme.

Atypisch stille Beteiligung
Bei dieser Beteiligungsform ist der so genannte stille Gesellschafter nach §§ 230 bis 236 HGB mitunternehmerisch beteiligt.

Ausflaggung
Ausflaggen des Schiffes in eine andere Nationalität. Dieses erfolgt in der Regel, um für den Unterhalt des Schiffes günstigere Besatzungsordnungen nutzen zu können. Hierfür häufig genutzte Staaten sind Zypern, Liberia, Bahamas, Panama, Marshall Islands, Bermuda, Antigua oder Malta.

Ausgleichsfähige Verluste
Verluste steuerlicher Art, die der Anleger nach § 15a EStG bis zu 100 Prozent seiner eingebrachten Kommanditeinlage mit steuerlichen Gewinnen auch anderer Einkunftsarten ausgleichen kann.

Bereederung
Unter Bereederung eines Schiffes wird die technische und kaufmännische Betreuung eines Schiffes verstanden. Hierzu gehören Personalmanagement, Wartung und Reparaturen, Befrachtung etc.

Bereederungsvertrag
Vertrag zwischen der Schiffs-KG und der von ihr beauftragten Reederei über die Dienstleistungen wie technische Inspektion, Crewing etc. und deren Vergütung.

Betriebskosten
Laufende Kosten des Schiffes wie z. B. Versicherung, Reparaturen/Inspektionen, Personal.

Bruttoraumzahl (BRZ)
Volumen des gesamten Schiffsraums.

Buchwert
Wert eines Wirtschaftsgutes in den Geschäftsbüchern. Durch jährliche Abschreibungen, ausgehend vom Anschaffungswert eines Wirtschaftsgutes, wird der Buchwert zum Jahresende festgestellt. Die Höhe der Abschreibung ist dabei durch amtliche Abschreibungstabellen festgelegt.

Bugstrahlruder
Propeller quer zur Fahrtrichtung im Bug des Schiffes. Dient der besseren Manövrierfähigkeit speziell in engen Hafengewässern.

Bulker
Schiffe für den Transport von Massengut (Bulk) wie Getreide, Erz oder Kohle.

Burn Rate
Die Zeitspanne, bis das einem Unternehmen zur Verfügung gestellte Kapital verbraucht ist.

Charterer
"Mieter" eines Schiffes für eine bestimmte Zeit.

Container
International standardisierter und registrierter Metallbehälter. Seit 1956 im See- und Landtransport eingesetzt. Siehe auch FEU und TEU.

DBA
Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Staaten zur Vermeidung der Doppelbesteuerung.

Degressive Abschreibung
Abschreibungsmethode, bei der die Höhe der Abschreibung mit einem festen Prozentsatz vom Restbuchwert ermittelt wird.

Deutsches Internationales Zweitregister
Das deutsche Zweitregister ermöglicht es deutschen Reedern, weiterhin in einem deutschen Schiffsregister eingetragen zu sein und trotzdem das Schiff unter ausländischer Flagge fahren zu lassen, um so die Vorteile insbesondere bei den Personalkosten gegenüber der deutschen Flagge nutzen zu können.

Dockung
Trockenlegen eines Schiffes in einem Schwimmdock. Diese Maßnahme erfolgt zur technischen Begutachtung des Schiffes im Rahmen so genannter Klassearbeiten sowie zur Wartung, Reparatur und zum Neuanstrich des Schiffes, insbesondere des Rumpfbereiches.

dwt (deadweight tons)
Gibt die Tragfähigkeit eines Schiffes in metrischen Tonnen an.

Emissionsprospekt
Angebotsprospekt für den Anleger. Die Gestaltung unterliegt gesetzlichen Anforderungen.

FEU
Forty-foot Equivalent Unit. 40-Fuß-Container, entspricht über 12 Metern Länge.

Flagge
Bezeichnung für die Nationalität des Staates, in dem das Schiff registriert ist. Ausnahmen sind Zweitregister. Hier können auch Schiffe mit anderer Flagge registriert sein.

Germanischer Lloyd (GL)
Internationale Klassifikationsgesellschaft mit Hauptsitz in Hamburg. Die Funktionen liegen u. a. in der technischen Überwachung von Schiffssicherheit, -konstruktion und -technik (vergleichbar mit dem TÜV).

Geschäftsführungsbefugter Kommanditist
Kommanditist, der zur Führung der Geschäfte einer Kommanditgesellschaft berechtigt ist.

GmbH & Co. KG
Sonderform der KG. Der persönlich haftende Gesellschafter ist hierbei eine GmbH, also eine juristische Person, die nur mit ihrem Stammkapital haftet.

IMO
International Maritime Organization – Unterorganisation der UNO mit Sitz in London. Ziel dieser zwischenstaatlichen Schifffahrtsorganisation ist die Erhöhung der Schiffssicherheit und die Verhütung von Meeresverschmutzung insbesondere durch die Schifffahrt.

Initiator
Person oder Gesellschaft, die ein Investitionsobjekt identifiziert, die Finanzierung konzipiert und unter Beachtung der rechtlichen Vorschriften in der Regel als geschlossenen Fonds dem Kapitalmarkt anbietet und das benötigte Eigenkapital einwirbt.

Investitions- und Finanzierungsplan
Gegenüberstellung der Mittelverwendung und Mittelherkunft einer geplanten Investition.

IRR
Internal Rate of Return = interner Zinsfluss. Finanzmathematische Methode zur Berechnung der Rendite eines Investments.

Kasko
Schiffskörper, -rumpf ohne Aufbauten.

Klasse
Bezeichnet die Art der baulichen Ausführung eines Schiffes und den aktuellen Zustand. Sie wird von Klassifikationsgesellschaften in Form von Klassezeichen vergeben und in das Schiffszertifikat eingetragen. Die Klasse hat eine beschränkte Gültigkeit (Klasselauf) und muss regelmäßig erneuert werden.

Klassifikationsgesellschaften
Unabhängige Gesellschaften, die den technischen Zustand der Schiffe überprüfen und für die Vergabe der Klasse zuständig sind. (Siehe auch unter "Germanischer Lloyd".)

Kommanditgesellschaft (KG)
Personengesellschaft, bei der es zwei verschiedene Arten von Gesellschaftern gibt: Kommanditisten, die nur mit maximal ihrer getätigten Einlage haften, und Komplementäre, die unbeschränkt mit ihrem gesamten Vermögen haften.

Kommanditist
Gesellschafter einer Kommanditgesellschaft. Seine persönliche Haftung ist auf seine getätigte Einlage beschränkt.

Komplementär
Persönlich haftender Gesellschafter einer Kommanditgesellschaft.

Liebhaberei
Steuerrechtlicher Begriff. Liebhaberei liegt vor, wenn bei einer Investition keine Gewinnerzielungsabsicht erkennbar ist.

Liquidation
Beendigung der laufenden Geschäfte, erfolgt z. B. bei Verkauf eines KG-Schiffes. Mit dem Wegfall der Geschäftsgrundlage, nämlich des Betriebs eines Schiffes, wird die Gesellschaft aufgelöst, werden Forderungen eingezogen, Gläubiger befriedigt und Überschüsse an die Gesellschafter ausgekehrt.

Loss of Hire
Liegt vor, wenn das Schiff z. B. aufgrund technischer Defekte, einer Havarie oder eines Werftaufenthaltes keine Chartereinnahmen erhält, also "off-hire" = ohne Beschäftigung ist.

Lloyd´s Register
Britische Klassifikationsgesellschaft, 1760 gegründet.

Mittelverwendungskontrolle
Beschreibt die Kontrolle über Art und Umfang der Verwendung des von den Gesellschaftern eingezahlten Kapitals.

MS
Motorschiff.

MT
Motortanker.

Nettocharterrate
Bezeichnet die Bruttocharterrate abzüglich Befrachtungskommissionen und Bereederungsgebühren.

Nettoraumzahl (NRZ)
Beschreibt das Transportvolumen eines Schiffes.

Off-Hire
Zustand der Beschäftigungslosigkeit des Schiffes, z. B. wegen technischer Mängel. Das Schiff erhält für diese Zeit keine Chartererlöse.

Offenes Schiffsregister
Register, das auch Schiffe mit Flagge einer anderen Nationalität registriert. So kann die Nationalität des Eigners abweichen von der des Schiffes sein.

Panamax
Schiffsgröße, die den Panamakanal passieren kann. Hierfür ist eine maximale Breite von 32 Metern notwendig, der Tiefgang darf nicht mehr als 12 Meter betragen.

Pool bzw. Einnahmenpool
Bündelung der Einnahmen einer größeren Anzahl von Schiffen. Bei der Poolung wird in der Regel die Gesamteinnahme des Pools gleichmäßig auf alle Schiffe verteilt. Damit kann eine gegenseitige Kompensation von schlechten Charterraten einzelner Schiffe durch höhere Einnahmen anderer Schiffe erreicht und das Risiko für das einzelne Schiff reduziert werden.

Prospektgutachten
Gutachten eines Wirtschaftsprüfers zu einem Emissionsprospekt nach IDW-Standard.

Reefer
Kühlcontainer mit eigenem Kühlaggregat.

Seemeile
Eine Seemeile entspricht 1,852 Kilometern.

Slot
Stellplatz für einen Container.

Steuerbord
Die in Fahrtrichtung rechte Seite eines Schiffes mit grüner Farbkennung.

Steuerliches Ergebnis
Saldo der Gewinn- und Verlustrechnung (der Schiffsgesellschaft).

Stiller Gesellschafter
Stiller Teilhaber an einer Gesellschaft. Es erfolgt keine Eintragung in das Handelsregister, ebenso hat der stille Gesellschafter in der Regel keine Stimmberechtigung.

Stille Reserven
Materielle Werte, die nicht in der Bilanz ausgewiesen sind. Die Bildung stiller Reserven erfolgt regelmäßig über die buchmäßige Unterbewertung von Vermögen bzw. die Überbewertung von Verbindlichkeiten.

tdw (tons dead weight)
Beschreibt die Ladekapazität eines Schiffes in Tonnen.

TEU
Twenty-foot Equivalent UmZ. Beschreibung für einen Standardcontainer von 20 Fuß Länge (ca. 6 Meter).

Tonnagesteuer
Pauschalisierte Steuer, unabhängig von tatsächlichen Überschüssen oder Verlusten der Schiffsgesellschaft. Wird anhand der Nettoraumzahl eines Schiffes ermittelt. Rechtsgrundlage: § 5a EStG.

Treugeber
Person, die ihr Eigentum z. B. an Schiffsbeteiligungen, einem Treuhänder überträgt, damit dieser im Auftrag des Treugebers die Rechte (und Pflichten) des Mitgesellschafters gegenüber der Schiffsgesellschaft wahrnehmen kann. Hierzu gehört insbesondere die Wahrnehmung der Interessen auf Gesellschafterversammlungen.

Treuhänder
Verwaltet fremdes Eigentum, z. B. Anteile an Schiffsgesellschaften, im Interesse der Eigentümer, aber unter eigenem Namen im Außenverhältnis.

Verlustquote
Prozentualer Verlustanteil der jeweiligen Gesellschafter.

Verlustzuweisung
Übertragung des steuerlichen Jahresverlustes quotal zur Höhe des Eigenkapitals an der Gesellschaft auf die Gesellschafter.

Vertragsreeder
Reederei, die von der Schiffsgesellschaft mit der Bereederung des Schiffes beauftragt wird.

Wechselkursrisiko/Währungsrisiko
Kann bei Schiffsgesellschaften dann bestehen, wenn Einnahmen, Ausschüttungen, Kosten des Schiffsbetriebes und Darlehensverpflichtungen nicht währungskongruent sind. Bei Kursschwankungen zwischen den Währungen können so Risiken in der Einnahmen-/Ausgabenrelation entstehen.

Zinsfestschreibung
Vertragliche Zusicherung eines bestimmten Zinssatzes für ein Darlehen.

Zweitmarkt (Sekundär-, Secondhand-Markt)
Gebrauchtmarkt für bestehende Kommanditanteile. Es existiert kein geregelter Handel wie etwa der Börsenhandel im Wertpapierbereich.


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